Willkommen auf unserem Leseblog




Auf diesem Blog stellen wir euch Bücher vor, die wir (Kleeblatt und Kerry) lesen werden bzw. die wir gerade gelesen haben.
Jedes Buch wird von uns mit Noten (Pfoten - siehe rechte Sidebar) bewertet, die nur unsere eigenen Meinungen wiederspiegeln.

Sie sind ein Verlag oder Autor und suchen Rezensenten für Ihre Werke? Wir freuen uns, wenn Sie uns fragen. Unsere Kontaktdaten finden Sie unten im Impressum

Sonntag, 25. Januar 2015

[Neuzugänge] der 04. KW 2015

Diese Woche übt sich Kerry mal wieder in Bescheidenheit, während Kleeblatt wieder voll zugeschlagen hat. Sie kann es nicht lassen.
Es trudelte wieder das ein oder andere Buch ein und beansprucht seinen Platz im Bücherregal.

Und das sind sie nun, unsere Neuzugänger der letzten Woche

Kerrys Neuzugänge:



Kleeblatts Neuzugänge:
- Turney, Lesley - Das Flüsterhaus 
- Kabus, Christine - Insel der blauen Gletscher 
- Hackenberg, Andrea - Schnucken gucken 
- Döker, Judith - Judith goes to Bollywood 
- Börjlind, Cilla & Rolf - Die dritte Stimme 



Und, kennt ihr eines unserer neuen Bücher? Auf welche Rezension der Bücher freut ihr euch schon?
 
Kleeblatt und Kerry

Samstag, 24. Januar 2015

[Rezension] Judith Döker - Judith goes to Bollywood



Leseprobe


Eckdaten:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: btb Verlag (12. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442746450
ISBN-13: 978-3442746453
Größe und/oder Gewicht: 13,6 x 3,2 x 21,6 cm

Inhalt gem. btb:
Judith Döker ist Schauspielerin. Doch als all ihre beruflichen und privaten Pläne mit einem Mal zu platzen scheinen, entschließt sie sich zu einem mutigen Schritt. Sie lässt ihr altes Leben in Deutschland zurück, um in ein vollkommen neues Abenteuer in Indien einzutauchen. In ihrem Buch erzählt sie von dieser Reise, die sie bis nach Mumbai führt – mitten ins Herz Bollywoods – einer Welt voller bunter Gewänder, großer Gefühle und wilder Tänze. Doch schnell erkennt sie, dass dieses fremde und faszinierende Land so viel mehr für sie bereithält, als sie je erwartet hätte. Und so wird das Abenteuer Bollywood zu einer Reise, die ihre Vorstellungen, ihre Wünsche und Bedenken, ihre Art zu lieben, ja ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt – einer Reise, die sie letztlich zu sich selbst finden lässt.

Zum Buch:
Judith Döker ist Schauspielerin und bekannt u.a. aus der Comedy-Serie "Weibsbilder".
Als sie an dem Punkt angekommen ist, dass sie ohne Mann oder Freund und ohne Arbeit dasteht, sucht sie eine neue Herausforderung. Der Anstoß kommt durch einen Anruf ihres Versicherungsmenschen und er heißt Indien.
Das war die Inspiration, auf die sie gewartet hat.
Sie will in Bollywood ihr Glück versuchen und dies mittels eines mehrteiligen Dokumentarfilms aufzeichnen. So die Absprache mit dem ZDF. 
Um zu testen, ob das in etwa funktioniert, fährt sie vorab mit einem Kameramann für 3 Wochen nach Indien und hat dort die Gelegenheit, erste Eindrücke einer ihr völlig fremden Welt zu sammeln.
Wieder in Deutschland gelandet, gehen die Zusagen vom ZDF auf Arte über, aber es wird viel Zeit vergehen, bis sich dort etwas tut.
Judith will nicht warten, sie ist der Faszination Indiens erlegen und will für 2 Monate dorthin zurück, sich dort einfach treiben lassen und sehen, was passiert. Für 5 Tage hat sie ein Hotelzimmer gebucht, aber wo genau sie dann wohnen wird, bleibt offen.
Es ist ein Trip in die Ungewissheit ...

Indien ist ein Land der krassen Gegensätze. Auf der einen Seite bevölkert mit reichen Bewohnern, auf der anderen voller Slums, wo die Menschen am Existenzminimum leben.
Frauen stehen mehr oder weniger auf der untersten Stufe und sind nicht viel wert. 
Ich habe schon so viel negatives über Indien gelesen, dass ich es nicht wagen würde, als Frau dort allein hinzureisen.

Judith Döker ist aber nicht wie ich. 
Nachdem sie bereits mit einem Kameramann dort 3 Wochen verweilte und arm und reich kennengelernt hatte, wie auch schon leichte Kontakte mit Bollywood hatte, entschloss sie sich, 2 Monate ins Land zu reisen und sich dort treiben zu lassen.   

Mit das erste, was Judith über das Land kennenlernte war, dass die Uhren dort völlig anders ticken als in Deutschland. Pünktlichkeit gehört dort zum Beispiel nicht zum guten Ton. Terminabsprachen sind nicht wirklich bindend, da kann es schon mal passieren, dass es Verspätungen gibt, die 4,5 h betragen. Die Menschen nehmen das Leben gelassener, eine Eigenschaft, die schon sehr gewöhnungsbedürftig ist.

Bollywood dagegen ist eine eigene Welt. Dort werden im Jahr mehr Filme gedreht als irgendwo anders auf der Welt. Die bekannten Schauspieler sind Götter, werden als solche verehrt und benehmen sich auch so.
Deutsche Schauspieler werden gesucht, aber nur, um als Komparsen am Set aufzutreten.

Judith Döker lässt den Leser teilhaben an ihren Begegnungen mit einigen dieser Götter und ließ mich mehr als einmal schmunzeln über die Affektiertheit einzelner Personen.

Als sich Judith auf den Weg macht, um Indien zu erfahren, ist sie besonders bestrebt, das Leben des Durchschnittsbürgers kennenzulernen. So kommt es, dass sie Unterkunft bei Salma findet und mit ihr und deren Kindern in einem Raum lebt. Obwohl sie nie geglaubt hätte, dass das gut gehen würde, fühlte sie sich dort rundum wohl und geborgen. Salma nahm sie auf wie eine Tochter und behandelte sie auch so.
Judith sieht sich auch die Slums an und wendet ihr Auge nicht vom Elend der Menschen ab. Sie muss erkennen, dass die Menschen trotz ihrer Armut das Lächeln nicht verlernt haben. Lächelt man sie an, lächeln sie zurück.

Sie lernt viele krasse Gegensätze kennen. Menschen, die scheinbar Gutes tun wollen behandeln ihre eigenen Spotboys wie Sklaven. Diese stehen 24 h am Tage zur Verfügung und dürfen dann vor der Wohnungstür nächtigen, auf dem Küchenfußboden oder sonstwo. Freistehende Gästezimmer ausgeschlossen. 

Viele Dinge, die Judith sich gewünscht hatte für Indien sind eingetreten. Einschließlich den Wunsches, eine neue Liebe zu erleben.
Sie trifft Nakul, einen indischen Schauspieler, und es ist Liebe auf den ersten Blick. Es wird eine Liebe, die auch auf eine harte Probe gestellt wird. 
In Indien ist es üblich, dass die Söhne bei den Müttern wohnen und die Schwiegertochter dann deren Arbeiten übernimmt, wie etwa den Haushalt führen und natürlich die Familie zu bekochen. Probleme sind vorprogrammiert. Ob das mit Judith und Nakuls Familie klappt, werde ich natürlich nicht verraten, das muss man einfach gelesen haben.

Von Judith Döker habe ich mich sehr gern in eine glitzernde und völlig andere Welt entführen lassen. Ihre aufgezeichneten Erlebnisse sind zum schmunzeln und auch zum nachdenken.
Sie erzählt von ihren anfänglichen Schritten, in Bollywood Fuß fassen zu wollen, wie auch von ihren privaten Erlebnissen mit Menschen und indischem Starrsinn.
Aber sie verschließt auch nicht die Augen vor dem Elend und der Armut.
Ich bin fasziniert von ihren Erlebnissen, habe ihren Mut bewundert und wünschte mehr als einmal, ich könnte das mit eigenen Augen sehen.
Sie nimmt den Leser mit auf eine Reise nach Indien und lässt diesen ihr Indien sehen. 
Sehr detailliert beschreibt sie die Örtlichkeiten, so dass man das Gefühl hat, man würde selbst dort stehen und es sehen.
Sie schreibt in einem flüssigen Schreibstil, der sich sehr gut lesen lässt. 

Ich habe es sehr genossen, sie auf ihrer Indienreise zu begleiten und kann dieses Buch nur weiterempfehlen. 

Bewertung:



Zur Autorin:

(Text übernommen von btb)
Judith Döker, geboren 1973 in der Nähe von Köln, studierte acht Semester Jura, bevor sie sich entschloss, Schauspielerin zu werden. Unter anderem war sie Hauptdarstellerin in der erfolgreichen Comedy-Serie »Weibsbilder«, spielte in Hape Kerkelings »Samba in Mettmann«, im »Tatort« und war Gast in der »Schillerstraße«. Für ihren Kurzfilm »Marlen & Bijou«, den sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Judith Hoersch auch schrieb und produzierte, wurde sie beim Global Art Film Festival in Los Angeles und auf dem Sansevieria Filmfestival in Ohio ausgezeichnet.



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.


Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

[Lesung] Buchpremiere von Judith Dökers Buch "Judith goes to Bollywood"

Es ist wieder Zeit - auch im Jahr 2015 wollen wir wieder Lesungen besuchen und hierzu bot sich folgende Gelegenheit an: Judith Döker stellt ihr Buch "Judith goes to Bollywood" vor.

Als die Einladung dazu ins Haus kam, haben wir lange überlegt, ob wir zur Lesung gehen wollen oder nicht. Judith Döker sagte uns vom Namen her nichts, da wir nicht die Fernsehgucker sind, die sich die Sender wünschen. Das Gesicht kannten wir zwar aus Ausschnitten der Comedy-Serie "Weibsbilder", aber ansonsten war sie für uns ein Buch mit 7 Siegeln.
Nun ist sie nach Indien gegangen und hat ein Buch darüber geschrieben. 

Als das Buch ins Haus kam und Kleeblatt schon mal angelesen hatte, war sie plötzlich Feuer und Flamme, so dass wir mit gutem Gefühl zur Lesung gegangen sind.

Der Verlag btb lud in die Berliner Z-Bar ein, wo Judith Döker aus ihrem Buch lesen sollte.


 

Die Z-Bar an sich war schon sehr skurril, muss man einfach gesehen haben.

Die Z-Bar

  
Vor dem Kinosaal wurden wir von Kleeblatts Verlagskontakt Nina Portheine von der Presseabteilung begrüßt (Die Dame links im Bild. Rechts ist Lisa Wolf, die Lektorin). Ist doch immer mal schön, wenn man den Mailkontakten auch einmal persönlich gegenüberstehen kann.

Der Kinosaal, in dem die Lesung stattfinden sollte, war nicht groß, aber es gab keine freien Plätze mehr, selbst auf dem Fußboden fanden sich letztendlich noch Zuhörer ein.


Nachdem wir unsere Plätze eingenommen hatten, wie gewohnt in der 1. Reihe, lief Kleeblatt noch ein wenig herum und wurde plötzlich von Judith Döker angesprochen. Diese gab ihr die Hand und meinte: "Hallo, ich bin Judith", worauf sie mit "und ich Monika" antwortete. 
Mal ehrlich, welchem Schauspieler würde denn sowas Nettes einfallen? 
Es entspann sich ein kurzes Gespräch, in dem es um das Buch ging.

 
 v.l.: Peter Twiehaus, Judith Döker

Der Moderator Peter Twiehaus vom ZDF-Morgenmagazin begrüßte die Autorin und begleitete uns durch den Abend.
Er stellte gezielt Fragen zum Buch und zur Frage, was Judith Döker veranlasste, nach Indien zu gehen und viele andere.
Zwischendurch wurden von Judith auch einzelnen Passagen aus dem Buch vorgelesen.

Judith Döker lesend

Zur weiteren Unterhaltung des Publikums zeigte sie uns kleine Videosequenzen, die während ihres Aufenthaltes in Indien gedreht wurden. So konnten wir sie beim Tanzunterricht beobachten, bei einem Casting für einen Werbeclip und bewunderten einen Tanz bei Sonnenuntergang.

beim Tanzunterricht

Tanz bei Sonnenuntergang

Der Abend endete, indem Judith Döker sich bei allen bedankte, die ihr bei der Umsetzung des Buchprojektes hilfreich  zur Seite standen. Eine sehr schöne Geste, die man auch nicht oft erlebt.

v.l.: Lisa Wolf, Judith Döker, Nina Portheine, Saskia Heinemann

Selbstverständlich hat sich Kleeblatt ihr Buch auch noch signieren lassen.

Judith Döker signierend

Zum Ende des Abends gab es auch noch indisches Essen, das man sich schmecken lassen konnte, aber da unsere Wecker morgens recht energisch sind, haben wir davon Abstand genommen.

Eins ist Fakt, wir hätten uns geärgert, wenn wir nicht zur Lesung gegangen wären.
Wir haben eine Schauspielerin  und Autorin erlebt, die nicht nur nett und freundlich ist, sondern die auch offen auf ihr völlig fremde Menschen zugeht.
Diese offene Art wird es ihr auch in Indien ermöglicht haben, schnell Kontakte zu knüpfen, wie man hören und lesen konnte.

Es war ein wirklich toller und gelungener Abend.
Judith Döker wünschen wir viel Erfolg mit ihrem Erstlingswerk und hoffen auf weitere Bücher von ihr und dem btb-Verlag danken wir herzlichst für die Einladung.

Kleeblatt und Kerry

Freitag, 23. Januar 2015

[Rezension] Romy Hausmann - Lisa heißt jetzt Lola und lebt in der Stadt



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 288
ISBN: 978-3-453-41767-0
Erscheinungstermin:
11. August 2014
Format: Taschenbuch
Verlag:
Heyne 


Klappentext gem. Heyne:
 Was nützt es, wenn man clever und neugierig ist, aber in der niederbayerischen Provinz lebt? Nichts, denkt sich Lisa und lässt alles hinter sich. Die Oma, den frustrierenden Job, den Vater, der seit Jahren um ihre Mutter trauert. Seit deren Selbstmord vegetiert die gesamte Familie in einem grauen Einerlei dahin. Aber damit ist nun Schluss. Lisa zieht nach München und nennt sich fortan Lola. Party, Sex und große Freiheit – warum wollen nur die alten Wunden nicht verheilen?


Rezension:
Die 25-jährige Lisa Berner kam in "Shittingen", sie selbst nennt das Kaff, in dem sie geboren und aufgewachsen ist und wo sie immer noch festhängt so, auf die Welt. Sie ist gelernte Fleischereifachverkäuferin, was alles andere als ihr Traumberuf ist, aber der Vater hat ihr diese Ausbildung besorgt und sie musste sich fügen, und arbeitet seit ihrer Ausbildung in der Metzgerei Frey, einem Traditionsunternehmen im Dorf. Dort hat sie auch mit ihrer besten Freundin Hanna ihre Ausbildung gemacht. Hanna ist zufrieden mit ihrem Leben im Dorf, auch mit ihrem Job als Fleischereifachverkäuferin ist sie glücklich, doch Lisa will mehr, angefangen damit, dass sie nicht mehr Lisa sein will, sondern Lola. Wer will denn schon die langweilige Lisa aus Shittingen sein?

Lisas Mutter beging, als ihre Tochter fünf Jahre alt war, Selbstmord und seitdem leben sie und ihr Vater bei Annfried Berner, auch genannt "Oma", der Mutter ihres Vaters. Ihr Vater traute sich seinerzeit einfach nicht zu, allein ein kleines Mädchen aufzuziehen und zog daher zu seiner Mutter, damit diese ihm hilft. Tja und 20 Jahre später sind sie immer noch da. Ihr Vater ist vor Jahren nach dem unerklärlichen Verschwinden diverser Biere an der Tankstelle seinen Job als Tankwart losgeworden und sitzt seitdem nur noch in Omas Küche rum.

Immer wieder geraten Oma und Enkelin aneinander und als Lisa nach einer völlig durchzechten Nacht erst sehr spät am nächsten Morgen wieder nach Hause kommt, kracht es mal wieder gewaltig zwischen den beiden Frauen. Lisa haut ab, will eigentlich per Anhalter nach Italien, aber von dem LKW-Fahrer wird sie kurzerhand auf einer Raststätte ausgesetzt. Doch sie hat Glück im Unglück und lernt dort Marte kennen, die sie mit nach München nimmt. So landet Lisa jetzt Lola also in München. Die 26-jährige Marte nimmt sich Lolas an und sie kommt bei ihr unter. Diese zeigt ihr die Stadt, vor allem diverse Boutiquen und Clubs, natürlich auf Rechnung von Martes Vater. Marte Kössling selbst hat eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht, aber bevorzugt es, von Papas Geld zu leben, immerhin ist sie ein Scheidungskind. Dass sie bei der Scheidung ihrer Eltern bereits 24 Jahre alt war, ist hier nebensächlich, ihr Vater hat ihre Kindheit zerstört und dafür muss er zahlen. Doch irgendwie scheint das Leben in der Großstadt für Lisa aka Lola doch nicht so das richtige zu sein, denn so wirklich wohl fühlt sie sich nicht. Was also tun?


Ein Landei in der Großstadt! Der Plot wurde authentisch erarbeitet, zumindest gehe ich davon aus, dass die Authentizität gegeben ist, wenn man auf eine Person wie Marte trifft. Die Figuren wurden realistisch erarbeitet, jedoch hatte ich ernste Probleme, mich in die Figur der Lisa/Lola einzufühlen, denn diese ist trotz ihres Alters noch recht naiv. Hingegen fand ich die Nebenfigur Victor sehr schön dargestellt, solch einen Mann würde ich auch gerne mal kennen lernen, offen und ehrlich und einfach sich selbst treu. Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, jedoch muss ich sagen, dass mich das Buch doch etwas enttäuscht zurückgelassen hat, denn ich hatte mir hier mehr Witz versprochen.

Bewertung

Die Autorin:
Romy Hausmann ist Fernsehjournalistin, Medienberaterin, Menschenfreundin und Lebenssüchtige. Geboren 1981 in der ehemaligen DDR, hat sie bis heute ein fast obsessives Verhältnis zu Bananen und kann immer noch die erste Strophe von „Kleine, weiße Friedenstaube“ auswendig. Sie mag Rock’n‘Roll, Nächte, die entweder gar nicht oder mit Persönlichkeitsverlust enden, und süße, kleine Tierbabys. Ansonsten ist sie ganz normal. Findet sie. (übernommen von Randomhouse)


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag


bedanken, der mir das Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte.

[Rezension] Inge Löhnig - Mörderkind


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 464
ISBN: 978-3-548-61226-3
Erscheinungstermin: 5. Dezember 2014  
Format:
Taschenbuch
Verlag: List


Klappentext: gemäß Ullstein
Ihr Leben lang war sie für alle nur das Mörderkind. Fionas Kindheit war ein Alptraum. Und nun ist ihr Vater tot. Seine letzten Worte galten ihr: »Ich bin kein Mörder.« Widerstrebend macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Beginnt nachzuforschen, befragt ihre Familie. Und stößt auf ungeheuerliche Geheimnisse und eine Intrige, deren tödliches Gift bis heute wirkt …


Rezension:
Die 25-jährige Fiona Jacoby hat in ihrem Leben schon so einige Jobs ausprobiert. Seit drei Wochen verdient sie ihr Geld als Fahrradkurier, kein Traumjob, aber immerhin kann man damit sein WG-Leben finanzieren. Ihr Traum ist es, an der Filmhochschule zu studieren, doch ihr Stolz verbietet es ihr, sich dort zu bewerben, denn das wäre zu nah an dem, was ihre Eltern waren: Künstler. Ihre Mutter Lydia war Malerin und ihr Vater Ben baute Skulpturen. Doch das war vor sehr langer Zeit, heute ist alles anders. An einem überaus miesen Tag erhält sie von ihrem Onkel Ludwig noch die Nachricht, dass ihr Vater verstorben ist - wenigstens eine gute Nachricht an diesem Tag aus Fionas Sicht.

Am nächsten Morgen bekommt sie unerwarteten Besuch. Matthias Stiller ist Rettungsassistent und war derjenige, der beim Tod ihres Vaters vor Ort war. Seine letzten Worte sollte er seiner Tochter Fiona übermitteln. Er habe seine Tochter immer geliebt und er sein kein Mörder - so die Botschaft. Fiona fällt aus allen Wolken, hatte sie doch Ben vollkommen aus ihrem Leben gestrichen, denn immerhin war dieser Schuld, dass ihre Kindheit von einem Tag auf den anderen vor 19 Jahren abrupt endete und sie fortan nur noch das "Mörderkind" war, denn vor 19 Jahren soll Ben seine Geliebte Julia Reinhold ermordet haben, nachdem diese sich geweigert hat, das gemeinsame Kind abtreiben zu lassen und gedroht hat, seiner Frau alles zu beichten, was zur Folge gehabt hätte, dass seine Frau ihn umgehend verlassen hätte. Ben wurde seinerzeit zu 15 Jahren Haft für diese Tat verurteilt, Fionas Mutter beging einen Tag nach der Verurteilung Selbstmord und Fiona hat den Rest ihrer Kindheit als "Problemkind" bei ihrem Onkel Ludwig und seiner Frau Sabine verbracht. Diese nahmen das Kind  nicht aus Nächstenliebe aus, sondern um den familiären Ruf zu wahren, der eh, dank Ben, schon ziemlich zerstört war. Für Fiona war es schrecklich, denn anstatt der Liebe ihrer Eltern musste sie fortan ohne jegliche Zuneigung leben und auch ohne Freunde, denn wer will schon mit einem "Mörderkind" befreundet sein?

Nun ist Fiona erwachsen, doch die Vergangenheit hat Spuren hinterlassen. Ihre einzige Freundin ist Bea, eine Krankenschwester, mit der sie in einer WG lebt. Auch ist sie nicht in der Lage eine Beziehung zu einem Mann einzugehen, die länger als eine Nacht dauert bzw. etwaige Verpflichtungen mit sich bringt, denn sie könnte ja wieder verlassen werden. Doch etwas in ihr beginnt zu arbeiten. Dieser Matthias Stiller war der Meinung, dass ein Mensch bei seinen letzten Worten niemals lügen würde und da er selbst vor Ort war, hat Ben seiner Meinung nach die Wahrheit gesagt. Kann es sein, dass er doch kein Mörder war? Eine Möglichkeit, die Fiona nicht wirklich in Betracht zieht, denn immerhin ist er rechtskräftig verurteilt worden und hat seine Strafe abgesessen, auch wenn er immer behauptet hat, er wäre unschuldig. Was geschah damals vor 19 Jahren wirklich? Fiona beschließt, ein wenig in der Vergangenheit zu forschen, auch wenn sie nicht von Bens Unschuld ausgeht, doch was hat sie zu verlieren. Ein "Mörderkind" ist sie so oder so, aber vielleicht ist sie das ja zu Unrecht? Kann es sein, dass ihrem Vater / ihrer ganzen Familie Unrecht getan wurde? 


Bist du vielleicht doch kein "Mörderkind"? Der Plot des Buches wurde abwechslungsreich und spannend ausgearbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch sowohl einen Einblick in die Gegenwart gegeben hat, wie auch in die Vergangenheit, der Leser also parallel erlesen konnte, was seinerzeit geschah und was derzeit passiert. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet. Allerdings hatte ich doch einige Probleme, mich in die Figur der Fiona einzufinden, denn diese ist recht sprunghaft und teils noch sehr naiv für ihr Alter. Gerade bei solch einer Vergangenheit bin ich vorab davon ausgegangen, dass gerade das sie geerdet hat. Die Figur des Matthias hingegen empfand ich als sehr gelungen dargestellt, aber irgendwie wage ich sehr zu bezweifeln, dass es solche Männer, die das Ziel verfolgen, an das sie glauben bzw. wenn sie der Meinung sind, das richtige zu tun, wirklich gibt. Den Schreibstil empfand ich als spannend und kurzweilig gehalten, sodass sich das Buch sehr gut und leicht lesen ließ und mir schöne Lesestunden bereitet hat.


Bewertung


Von Inge Löhnig bereits gelesen und rezensiert:


Die Autorin: 
Die Autorin Inge Löhnig wurde 1957 in München geboren. Sie studierte an der renommierten Akademie U5 in München Grafik-Design und arbeitete anschließend in verschiedenen Werbeagenturen, zuletzt als Art-Directorin auf einem Mode-Etat. Ende der Achtzigerjahre machte sie sich mit einem kleinen Design-Studio selbständig. Heute lebt sie als freiberufliche Grafik-Designerin und Autorin mit ihrer Familie in der Nähe von München.

Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.



Wie ich zu dem Buch kam:
Dieses Buch hat mir der liebe Nikolaus in den Stiefel gepackt.


Donnerstag, 22. Januar 2015

[Rezension] J. D. Robb - Im Namen des Todes (Band 27)


Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 512
ISBN: 978-3-442-37992-7
Erscheinungstermin: 15. Dezember 2014 (1. Auflage)
Format: Taschenbuch

Verlag: blanvalet


Klappentext: gem. blanvalet
Als Pater Miguel Flores bei einer Trauerfeier den Abendmahlkelch an die Lippen setzt, fällt er plötzlich tot um – vergiftet durch Zyankali im geweihten Wein? Lieutenant Eve Dallas wird mit dem Fall betraut und ist fest entschlossen, den Mord an dem Priester aufzuklären. Dieser scheint allerdings nicht der heilige Mann gewesen zu sein, für den ihn seine Gemeinde hielt. Dann geschieht ein weiterer Mord an einem Geistlichen. Was verband die beiden Gottesmänner, und warum mussten sie sterben? Eve Dallas kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur und sieht sich bald mit ihren eigenen verdrängten Dämonen konfrontiert …


Rezension:
Im Mai 2060 geht das Leben in New York seinen geregelten Gang, Menschen werden geboren und Menschen sterben. So auch Hector Ortiz, der nach einem 116-jährigen Leben friedlich verstorben ist und dessen Beisetzung nun bevorsteht. Der 35-jährige Pater Miguel Flores leitet die Trauerfeier und stirbt währenddessen am vergifteten Blut Christi. Der Wein war mit Zyankali versetzt, es war also definitiv Mord. Doch wer hätte einen Grund gehabt, den als mitfühlend, engagiert und energetisch bekannten Priester zu ermorden? Lieutenant Eve Dallas wird mit der Aufklärung dieses Mordes beauftragt. Wie immer zur Stelle steht ihr Detective Delia Peabody.

Bei der Autopsie kommt heraus, dass besagter Priester umfangreiche Gesichtsoperationen hat vornehmen lassen, doch warum? Eve Dallas hegt den Verdacht, dass Miguel Flores gar nicht Miguel Flores war. Doch noch bevor Eve diesen Sachverhalt klären kann, geschieht ein weiterer Mord. Jimmy Jay Jenkins wurde auf dieselbe Art getötet, ebenfalls mit Zyankali. Auch er war ein Prediger, anscheinend hat es jemand auf Männer abgesehen, die die jeweiligen Worte Gottes verkünden.

Eve ist sich jedoch nicht sicher, ob es sich um ein und denselben Täter handelt, feststeht, sie will und muss herausfinden, wer sich hinter der Person Miguel Flores. Tatkräftig wird sie von ihrem Ehemann Roarke unterstützt, doch nicht nur das bricht auf sie herein. Immer wieder wird sie in ihren Träumen mit ihrer eigenen Vergangenheit konfrontiert und nur dank Roarke zerbricht sie nicht daran, doch die Aufklärung dieser Mordfälle hat erst einmal höchste Priorität. Denn besteht nicht doch die Möglichkeit, dass es sich nur um einen Täter handelt und dieser weiter morden wird?


Der 27. Band der Eve-Dallas-Reihe beginnt etwa zwei Monate nach dem Ende des 26. Bandes "Ein sündiges Alibi". Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, welche Wege Eve Dallas gegangen ist, um die Vergangenheit von Miguel Flores aufzudecken. Auch empfand ich die kleinen, privaten Gemetzel, die sie sich immer mit ihren Freunden bzw. dem Butler ihres Mannes liefert, als sehr amüsant. Die Figuren wurden wieder authentisch erarbeitet, wobei in diesem Band definitiv Eve Dallas im Vordergrund stand. Besonders gefallen hat mir aber Delia Peabody, bei der privat auch nicht alles zum Besten steht und die mit ihren Gefühlswallungen ihre Partnerin schier in den Wahnsinn treibt. Den Schreibstil empfand ich als packend zu lesen, hätte mir jedoch an einigen Stellen etwas mehr Action gewünscht. Nun beginnt wieder das Warten für mich, das Warten auf den nächsten Band der Reihe "Tödliche Verehrung", auf den ich mich schon jetzt riesig freue.


Bewertung


Von J. D. Robb bereits gelesen und rezensiert: 



Als Nora Roberts:



Die Autorin:
J. D. Robb ist das Pseudonym von Nora Roberts. Nora Roberts wurde am 10. Oktober 1950 in Silver Spring, Maryland, als jüngstes von fünf Kindern und einziges Mädchen geboren. Ihre Ausbildung endet mit der High School in Silver Spring. Mit ihrem Mann und ihren beiden Söhnen zog sie Anfang der Siebziger Jahre aufs Land. Sie begann zu schreiben, als sie im Winter tagelang eingeschneit waren und sie jedes im Haus verfügbare Buch gelesen hatte. Drei Jahre später hatte sie hat bereits mehrere fertige Manuskripte in der Schublade, und 1981 wurde ihr Roman »Irish Thoroughbred« veröffentlicht, der über eine halbe Million mal verkauft wird.
Seitdem hat sie bereits über 100 Bücher auf den Markt gebracht, die in 26 Sprachen übersetzt sind. Nora Roberts gehört zu den erfolgreichsten Autorinnen ihres Genres, dem (historischen) Liebesroman. Hochrechnungen haben ergeben, dass in den USA heute alle fünf Minuten ein Buch von ihr verkauft wird. Von dem Romantic Times Magazine wurde sie mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.
Unter dem Pseudonym J.D. Robb schreibt sie Kriminalromane mit der Serienheldin Eve Dallas, einer Polizistin in New York im Jahr 2059.
Nora Roberts lebt heute mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen in Keedysville, Maryland. (von blanvalet übernommen)

Zur Webside der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mir herzlich beim Verlag






bedanken, der mir dieses lang ersehnte Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

[TTT] - Top Ten Thursday #192

Auch in dieser Woche mache ich wieder beim Top Ten Thursday, organisiert von Steffis Bücher Bloggeria, mit.
 
http://buecher-bloggeria.blogspot.de/

 
Diese Woche lautet das Thema:
"10 Bücher, deren Handlung in Deutschland spielt"  

Oh weh, die bekannt Qual der Wahl, denn da habe ich definitiv mehr als 10 gelesen, aber mal schauen, welche mir spontan einfallen ^^

 

 
War doch gar nicht so schwer, aber ehrlich, es gibt ja (zum Glück) so viele Bücher, die in Deutschland spielen. Mal schauen, ob ich mit jemandem ein Buch oder wenigstens einen (deutschen) Autoren gemeinsam habe.
  
Ich wünsche euch eine schöne Restwoche

Liebe Grüße

Kerry