Willkommen auf unserem Leseblog




Auf diesem Blog stellen wir euch Bücher vor, die wir (Kleeblatt und Kerry) lesen werden bzw. die wir gerade gelesen haben.
Jedes Buch wird von uns mit Noten (Pfoten - siehe rechte Sidebar) bewertet, die nur unsere eigenen Meinungen wiederspiegeln.

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Mittwoch, 5. August 2015

[Rezension] Thea Welland - Schafe leben nur im Jetzt



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: rororo (31. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499629437
ISBN-13: 978-3499629433
Größe und/oder Gewicht: 12,3 x 2 x 19 cm

Inhalt gem. Rowohlt:
Mutter, Kind und 30 Schafe
Schon als Stadtkind träumt Thea Welland von einem Leben in der Natur – und heute weiß die Schäferin, die aus ihrer Leidenschaft einen Beruf gemacht hat, eines ganz sicher: Von Schafen kann man für’s Leben lernen. Sie berichtet von einem Jahr mit ihrer Herde, von den Schwierigkeiten dieses selbstbestimmten Lebens, von den vielen erfüllenden Momenten, wenn etwa wieder ein gesundes Lamm geboren wird, und von der Entschleunigung, die jeder Augenblick mit den Schafen für sie bedeutet. Thea Welland ist überzeugt: Man kann jede Hürde nehmen, wenn man nur zwischendurch einen Augenblick auf der Weide innehält und sich von der Ruhe dieser wundervollen Tiere anstecken lässt.

Zum Buch:
Thea Welland, Stadtkind, hat ihr Leben völlig umgekrempelt. Sie wuchs als Einzelkind behütet auf und genoss viele Freiheiten. Schon früh war ihr klar, dass sie Veterinärmedizin studieren wollte.
Sie machte eine Ausbildung auf einem Bauernhof, dem noch andere folgen sollten. Sie freundete sich mit anderen Studenten an, für die sie dann zeitweise den Hof betreute.
Auf Spaziergängen mit ihrem Hund begegnete ihr Pipilotta, die diesen Namen zu der Zeit noch nicht trug. Mit Pipilotta sollte ihr Leben eine völlig neue Wende nehmen, denn Pipilotta wurde ihr erstes Schaf, mit dem sie eine Zucht betreiben wollte. Das Schaf wusste scheinbar von Anfang an, dass sie zusammengehören, bei Thea dauerte die Erkenntnis etwas länger.
Es wurde eine Liebe fürs Leben, die leider nicht lange anhielt.

Pipilotta war der Ursprung ihrer eigenen kleinen Herde.
Aber bis es dazu kam, hatte Thea bereits vieles gesehen und erlebt, sich ihre Gedanken gemacht, über Biohaltung und dem Leben auf einem Bauernhof allgemein. Würde sie es schaffen, eine eigene Herde aufzuziehen, sie zu halten und zu betreiben? Es ist ja nicht nur so, dass man für grünes Gras sorgen muss, auch im Winter wollen die Tiere versorgt werden und es soll ihnen gut gehen.

Das Buch erzählt vom Werdegang Theas wie auch das ihrer eigenen Herde. Das erste Schaf war ihre geliebte Pipilotta, der viele andere folgen sollten. Nicht jeder neue Schafzugang war ein Glücksgriff. Es gab böswillige, denen sie Einhalt bieten musste, weil sie von ihnen angegriffen wurde. Aber es gab auch sanfte, liebenswerte, sie sie nur allzu schnell in ihr Herz ließ. 
Jedes Schaf, das auf ihrem Hof alt werden sollte, erhielt einen Namen. Tiere, von denen sie sich trennen musste, schon, um die Herdengröße in Maßen zu halten, blieben namenlos.
Für ihre Tiere ist Thea bereit, auf vieles zu verzichten. Ein 8-h-Arbeitstag gibt es nicht. Urlaub? Ein fast vergessenes Wort. Wer soll die Tiere in der Zeit versorgen? Im Winter heißt es, raus zu den Schafen und ihnen mehrmals am Tag warmes Wasser zu bringen, denn das alte ist zugefroren. Keine leichte Arbeit, die sie fast an den Rand der Erschöpfung bringt.

Nächtliche Anrufe der Polizei sind keine Seltenheit, denn was tun, wenn ein Schaf der Meinung ist, es sollte sich außerhalb des Weidezaunes die Welt ansehen. Glückliche Momente hat sie, wenn sie sie wieder einfangen kann und ihnen nichts geschehen ist.

Man muss die Tiere lieben, wenn man so viel für sie opfert und tut. Erschwerend kommt noch hinzu, dass sie alleinerziehende Mutter ist, die sich auch noch um ein Kind zu kümmern hat.
Glücklicherweise hat sie Freunde, die es auch beweisen und nachts schon das ein oder andere Mal gemeinsam mit ihr auf die Suche nach den Schafen unterwegs waren.

Aus jeder Zeile des Buches spricht ihre Liebe zu den Schafen. Ihr Leben  mit den Schafen und ihre Arbeit mit ihnen bringt sie dem Leser auf unterhaltsame Art näher. Thea Welland vermarktet auch ihre Schafe. Sie stellt aus der Schafmilch Naturseifen her und gründet eine Firma, um diese zu verkaufen. Aber nicht alles geht glatt, man zieht sie über den Tisch und das auch noch durch Menschen, die sie für Freunde hielt.
Aber Thea lässt sich nicht unterkriegen und dafür kann man sie nur bewundern.
Sie holt sich ihre Kraft und ihren inneren Frieden bei ihren Schafen. Sie hält Zwiesprache mit ihnen und ich kann das verstehen.

Das Buch beinhaltet auch Fotografien von Thea mit ihren Schafen. Auf allen sieht sie glücklich aus und ihr Lächeln strahlt regelrecht. Sie hat ihren Frieden inmitten ihrer Schafe gefunden.
Ab und an erfährt der Leser aber auch etwas von den Schafen selbst, was sie gerade denken und wie sie die Dinge sehen. Diese sind leicht durch eine grüne Schrift zu erkennen.

Thea beschönigt in ihrem Buch nichts. Sie erzählt ihren Werdegang, ihre Höhen, aber auch ihre Tiefen, die nicht auf sich warten ließen. Aber nie hat sie gezögert und immer gewusst, dass sie auf dem richtigen Weg ist.
Wieviel Arbeit man selbst mit so einer kleinen Herde hat, weiß man erst, wenn man das Buch gelesen hat. Ich zumindest hatte davon absolut keine Ahnung.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich empfehle es sehr gern weiter.


Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Rowohlt-Verlag)
Thea Welland ist Agraringenieurin und Ökobäuerin. Sie lebt in Witzenhausen, gemeinsam mit ihrer Tochter Lilli, Hunden, Katzen, Hühnern und einer großen Milchschafherde. Ihre Naturkosmetik auf der Basis von Schafmilch vertreibt sie unter www.welland-naturseifen.de.



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

[Rezension] Katrin Koppold - Sternschnuppen 01: Aussicht auf Sternschnuppen



Leseprobe



Eckdaten:
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag: rororo (31. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3499269856
ISBN-13: 978-3499269851
Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 12,4 x 2,2 cm

Inhalt gem. Rowohlt:
Ein Kleinwagen, siebenhundert Kilometer - und zwei wie Katz und Maus
Helga hat es nicht leicht, und das nicht nur wegen ihres altmodischen Namens: Sie findet eine verdächtige SMS auf dem Handy ihres Freundes Giuseppe, der kurz darauf gen Italien aufbricht - angeblich beruflich. Helga reicht es. Hals über Kopf folgt sie ihm zum Flughafen, aber alle Flüge sind gestrichen. Mit Mühe kann sie noch einen Mietwagen ergattern, den sie sich allerdings teilen muss. Mit Nils - Schauspieler, Kettenraucher, Nervensäge. Ihr Weg führt die unfreiwillige Fahrgemeinschaft von Verona über den Gardasee bis in die Hügel der Toskana. Und alles läuft gründlich anders, als Helga es geplant hat.

Zum Buch:
Von wegen Dienstreise, denkt sich Helga. Ihr Freund Guiseppe hat eine andere namens Angela, zumindest ist sie es, die ihrem Freund eine SMS geschrieben hat und sich auf ihn freut.
Helga gehört nicht zu den Menschen, die schnelle Entschlüsse fassen, aber in dem Fall muss sie einfach eine Ausnahme machen. Kurzentschlossen beschließt sie, ihm hinterherzureisen.
Da nun aber in Island ein ausgebrochener Vulkan für weltweite Flugverbote sorgt, bleibt ihr nichts anderes übrig, als mit einem Auto hinterher zufahren. Eine Aufgabe, die fast schon zu Beginn der Reise zum Scheitern verurteilt ist, denn es gibt nur noch einen einzigen Mietwagen, aber leider möchte ihn ein gewisser Nils Schöneberger mieten.
Da sie beide nach Italien wollen, beschließen sie nach einigem Hin und Her, gemeinsam auf die Fahrt zu gehen. Es wird eine denkwürdige Fahrt werden, denn es sind zwei Sturköpfe unterwegs...

Na da haben sich ja zwei gefunden, die sich nicht gesucht haben.
Helga, mit einem alten deutschen Namen gestraft, politisch engagiert und gesundheitsbewusst trifft auf Nils. Nils ist der Sohn zweier namhafter Schauspieler, was zur Folge hatte, dass auch er in ihre Fußstapfen treten musste. Ebenso Raucher, was schon mal Konfliktpotential zwischen Helga und Nils bringt. Natürlich sagt Helga der Name Nils Schöneberger so rein gar nichts, denn sie lebt schon seit Jahren glücklich ohne Fernseher.
Da ist es schon mal nicht ganz einfach, einen gemeinsamen Nenner auf einer Fahrt zu finden, die länger als 1 h Fahrt geht. Lange Zeit ist Schweigen im Walde, aber so langsam tasten sie sich aneinander an.

Es wird eine Fahrt, die reichlich turbulent zu werden verspricht.

Zu Beginn der Reise hat niemand eine Ahnung, wohin sie führen wird, außer dass das Ziel die Toskana sein wird. Wie werden Helga und Nils miteinander auskommen, wird es ein Wiedertreffen mit Guiseppe geben? Fragen über Fragen, die es zu ergründen gibt.
Mit Helga, Nils und auch Guiseppe hat die Autorin Katrin Koppold Protagonisten geschaffen, die man einfach mögen muss. Die körperliche Nähe in einem Smart lässt Helga und Nils sich annähern, aber ob das zielführend ist?

Ich habe die beiden sehr gern auf ihrer Reise begleitet, habe mit ihnen gelacht und gestritten und mich an den Disputen der beiden regelrecht erfreut. Mehr als einmal saß ich mit einem dämlichen Grinsen im Gesicht in der S-Bahn, sehr zur Freude meiner Mitfahrer.
Aber auch die Nebenfiguren, wie beispielsweise Helgas Familie, haben ihren Part im Buch und man möchte diese nicht missen.

Das Buch ist für mich ein Rundumwohlfühlbuch, das man gar nicht aus der Hand legen möchte. Ein Buch, dass man mit in den Urlaub nehmen sollte, wenn man Entspannung sucht, aber auch zu Hause lässt es sich damit herrlich entspannen und man kann sorglos die Seele baumeln lassen.

Eines ist mir jedoch völlig unklar. Wie konnte ich bisher an der Autorin Katrin Koppold vorbeikommen? Eine Tatsache, die es zu ändern gilt. Wo ist Teil 2?



Bewertung:


Zum Autor:
(Text übernommen vom Rowohlt-Verlag)
Katrin Koppold arbeitete nach ihrer Schulzeit als Journalistin, Fitnesstrainerin, TV-Darstellerin und Pferdepflegerin auf einem Gestüt in Irland, bevor sie sich dazu entschloss, sesshaft zu werden. Heute wohnt sie mit ihrer Familie und ihren zwei Katzen bei München. Als E-Book-Autorin hat sie sich bereits in die Herzen vieler Leserinnen geschrieben.



An dieser Stelle möchte ich mich recht herzlich beim Verlag
bedanken, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Danke, dass ihr vorbei geschaut habt

Dienstag, 4. August 2015

[Hörbuch-Rezension] Luca Di Fulvio - Das Mädchen, das den Himmel berührte



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl der Printausgabe: 976
ISBN: 978-3-7857-4798-8
Erscheinungstermin: 15. Februar 2013
Format:
CD
Länge: 621 min
Verlag: Lübbe Audio


Klappentext: gem. Lübbe Audio
Wie wird ein junger Tagedieb, der seine Kindheit in einer Höhle verbracht hat, zu einem glühenden Verfechter der Freiheit? Wie wird ein jüdischer Betrüger zu einem berühmten Arzt? Und wie wird ein junges Mädchen ohne Perspektive zu einer einflussreichen Modeschöpferin? Die Antwort liegt in Venedig. Denn dort, im Labyrinth der Gassen und Kanäle der geheimnisvollsten Lagune Europas, zwischen der Pracht San Marcos und dem Elend der Spelunken von Rialto findet sich das gesamte Panorama des Lebens …


Rezension:
Mercurio ist ein Herumtreiber und Tagedieb, der in den Abwasserkanälen Roms lebt. Damit ist er nicht allein, solche wie ihn, gibt es zu Hauf in der Stadt. Seine Diebeszüge führt er nicht immer alleine aus. Oftmals tut er sich mit anderen zusammen und gemeinsam nehmen sie ihr Opfer aus. So auch an jenem Tag, der sein Leben für immer verändern wird. Zusammen mit Ercole, Benedetta und Zolfo erleichtert er den jüdischen Kaufmann Shimon Baruch um sein gesamtes Geld - der Kaufmann ist daraufhin ruiniert. Als dieser schlussendlich Ercole tötet, greift Mercurio in den Kampf ein und verwundet den Kaufmann schwer. In der Annahme, dass er diesen getötet hat, flieht Mercurio zusammen mit Benedetta und Zolfo aus der Stadt, mit Ziel Venedig.

Isacco ist Jude und wohl das, was einem Bader am nächsten kommt. Sein Vater war Arzt und er hat viel von ihm gelernt, doch eine eigentliche medizinische Ausbildung hat er nicht, sodass er sich und seine Tochter Giuditta mit kleineren Betrügereien über Wasser hält. Auch die beiden wollen nach Venedig, um dort ein neues Leben zu beginnen und ihr Auskommen zu finden.

Als die beiden Gruppen am Rande eines Kriegszuges, welcher ebenfalls in Richtung Venedig unterwegs ist, aufeinander treffen, verliebt sich Mercurio augenblicklich in Giuditta. Benedetta, getrieben von Eifersucht auf Giuditta, die die Liebe des Mannes errungen hat, den sie wollte, wird in Venedig die Geliebte eines Fürsten und schmiedet dort ihre Ränke, um Giuditta nachhaltig zu schaden. Zolfo schließt sich in Venedig dem fanatischen Mönch Amadeo an und tut alles, damit dieser in der Gemeinschaft der Gläubigen der Stadt immer weiter emporsteigt. Auch steht er nach wie vor Benedetta für ihre Intrigen diensteifrig zur Seite. Mercurio tut sein möglichstes, um ein ehrbares Leben zu führen, was anfangs nicht ganz so einfach ist, denn alte Verhaltensweisen lassen sich nur schwer ändern, doch mit der Zeit gelingt es ihm, ehrbar zu werden. Doch seine Liebe zu Giuditta brennt wie eh und je und als sie mit ihrem Vater in ein neu eingerichtetes Ghetto für Juden ziehen muss, weiß er, dass er sich ihr beweisen muss, um sie endgültig für sich zu gewinnen. Doch auch der genesene Shimon Baruch ist unter einer falschen Identität auf dem Weg nach Venedig, um Rache an dem jungen Mann zu nehmen, der sein Leben zerstört hat - Mercurio ...


Träume! Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Im Besonderen hat mir hier gefallen, dass mir die jeweiligen Lebensumstände der Menschen genau vor Augen geführt wurden. Solche Lebensumstände mag ich mir für mich nicht vorstellen. Leider empfand ich es als doch recht offensichtlich, wie sich die Geschichte entwickeln würde, hier hätte ich mir doch ein paar überraschende Wendungen mehr gewünscht. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet, wobei hier klar die Protagonisten im Vordergrund stehen. Jedoch muss ich sagen, dass ich auch die Nebenfiguren, wie z. B. Shimon Baruch sehr gut erarbeitet fand. Der Sprecher, Philipp Schepmann, schaffte es, dass ich problemlos in die Geschichte eintauchen konnte.


Bewertung

Von Luca Di Fulvio bereits gelesen und rezensiert:


Der Autor:
Luca Di Fulvio, geb. 1957, lebt und arbeitet als freier Schriftsteller in Rom. Bevor er sich dem Schreiben widmete, studierte er Dramaturgie bei Andrea Camilleri an der Accademia Nazionale d'Arte Drammatica Silvio D'Amico. Seine  Romane Der Junge, der Träume schenkte und Das Mädchen, das den Himmel berührte standen monatelang auf den ersten Plätzen der Spiegel-Bestsellerliste. (von Lübbe übernommen)

Der Sprecher:
Philipp Schepmann erhielt nach seiner Schauspielausbildung an der Folkwang Hochschule Essen zahlreiche Theaterengagements, ist seit vielen Jahren Sprecher in Rundfunk und Fernsehen und blickt auf eine Menge hochqualitativer Hörbuchproduktionen zurück. Er war 2006 in der Kategorie Bester Sprecher für den Deutschen Hörbuchpreis des WDR nominiert. (von Lübbe übernommen)


  
Wie ich zu dem Buch kam: 
Auch hierbei handelte es sich um eine Leihgabe aus der örtlichen Bibliothek.

[Rezension] Alexa Hennig von Lange - Die Welt ist kein Ozean



Vorab ein paar Eckdaten:
Seitenanzahl: 352
ISBN: 978-3-570-16296-5
Erscheinungstermin: 2
7. Juli 2015
Preis: 1
4,99 EUR (D), 15,50 EUR (A), 20,50 CHF
Format:
Broschiert
Verlag: cbt


Klappentext gem. cbt:
Ausgerechnet in einer psychiatrischen Klinik für Jugendliche will die 16-jährige Franzi ihr Schulpraktikum machen. Sie stellt sich das abenteuerlich und besonders vor – muss aber schnell erkennen, dass sie eine Welt betritt, in der die Normalität außer Kraft gesetzt ist. Hier trifft sie auf den 18-jährigen Tucker – und Tucker trifft sie voll ins Herz. Nach einem traumatischen Erlebnis spricht er nicht mehr. Tief in sich zurückgezogen, dreht er im Schwimmbad seine Runden, am liebsten unter Wasser, wo ihn keiner erreichen kann. Behutsam versucht Franzi, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Als ihr das gelingt, steht sie vor einer schweren Entscheidung: Soll sie wie geplant für eine Zeit ins Ausland gehen? Oder dem Herzen folgen, das gerade erst wieder zu sprechen begonnen hat?


Rezension:
Die 16-jährige Franziska, Franzi genannt, ist behütet und sicher aufgewachsen, vielleicht sogar etwas über behütet, denn ihre Mutter Helene war seit jeher in ständiger Sorge um ihre Familie, ist ihr Mann Bernhard doch Oberstaatsanwalt und hat dementsprechend viele Feinde. In der Tat hatte es bereits eine Gang auf die Familie abgesehen, doch konnte Noah, der Freund von Franzis älterer Schwester Sina (Ach wie gut, dass niemand weiß ...) das Schlimmste verhindern. Nunmehr steht für Franzi ein zweiwöchiges Schulpraktikum an und da sie weiß, dass sie bisher ein wundervolles Leben hatte, möchte sie etwas davon zurück geben und Menschen helfen. Von daher hat sie sich für ein Praktikum in einer Klinik für psychiatrisch angeschlagene Jugendliche beworben und dieses auch erhalten - sehr zum Entsetzen ihrer Mutter und ihrer besten Freundin Nelli, welche ihr Praktikum bei Franzis Vater in der Staatsanwaltschaft, Abteilung für jugendliche Straftaten und Bandenkriminalität, machen wird, denn Nelli will unbedingt Juristin werden. Es ist nicht leicht, mit Nelli befreundet zu sein, dass weiß Franzi. Zwar kennen sich die beiden schon fast ihr ganzes Leben lang, doch Nellis Vater verließ vor über einem Jahr ohne Vorwarnung seine Familie und seitdem leidet Nelli unter Verlustängsten, was sie jedoch niemals zugeben würde - dafür ist sie viel zu hart im Nehmen.

Für Franzi selbst ist dieses Praktikum wie ein kleiner Ausbruch aus ihrer perfekten kleinen Welt, in der sie an der Fürsorge ihrer Mutter fast erstickt. Nach dem Praktikum hat sie große Pläne. Sie wird sich in den nächsten Tagen an einem Vorspiel teilnehmen, wo sie sich um ein Auslandsjahr an einem australischen Musikcollege bewirbt, denn Franzi spielt seit ihrem 7. Lebensjahr Klavier und ihr Klavierlehrer Roman setzt große Stücke in sie. Doch vor einem eventuellen Auslandsjahr auf der anderen Seite der Erde steht erst einmal das Praktikum an.

Etwas mulmig ist Franzi schon bei ihrem ersten Eintreffen in der Klinik, doch wird sie gleich herzlich von Schwester Maggie in Empfang genommen und auch die in der Klinik befindlichen Jugendlichen sind eigentlich ganz normal, mal abgesehen davon, dass sie ein paar Probleme haben, aber die sieht man ihnen nicht an. Während Schwester Maggie, ihre Ansprechpartnerin, sehr herzlich ist, ist der Chefarzt Doktor Weinberg doch eher reserviert und es gibt eine Regel, die sie unbedingt befolgen muss: Sie darf sich mit keinem Patienten anfreunden - dauert ihr Praktikum doch nur zwei Wochen und könnte anschließend, wenn sie nicht mehr da wäre, die Jugendlichen in ein Tief stürzen. Gleich am ersten Tag lernt Franzi alle kennen, die auf der ihr zugeteilten Station untergebracht sind und sie lernt auch den "unnahbarsten Fall" der Klinik kennen - Tucker. Tucker ist ein 18-jähriger Junge, der seine Tage im Schwimmbad verbringt und mit niemanden redet. Er leidet auf Grund eines traumatischen Ereignisses an totalem Mutismus. Ein Jahr schon ist Tucker in der Klinik und noch immer ist es niemandem gelungen, zu ihm durchzudringen. Doch Franzi gelingt das, was bisher undenkbar war - bereits am zweiten Praktikumstag nimmt Tucker an Aktivitäten teil, die er vorher immer ignoriert hat - scheinbar, weil Franzi dort ebenfalls ist. Auch in den folgenden Tagen geht Tucker immer mehr aus sicher heraus und auch wenn sie nicht verbal miteinander kommunizieren könnte, öffnet sich Tucker immer weiter - doch nur Franzi hat diesen Effekt auf ihn. Aber um ehrlich zu sein, nicht nur Franzi hat einen Effekt auf Tucker, auch Tucker berührt Franzi in einer Art, dass sie sich in den stummen jungen Mann verliebt - doch was wird aus ihrem Australientraum? Wird sie alles aufgeben, was sie sich in den letzten Jahren erarbeitet hat, um weiter bei Tucker bleiben zu können und was ist, wenn er trotz allem, niemals sprechen wird?


"Wichtig ist, dass man weiß, was am Ende dabei rauskommen soll" (S. 66) Der Plot wurde sehr einfühlsam und realistisch erarbeitet. Im Besonderen hat mir gefallen, wie die Figur der Franzi vorurteilsfrei in die Welt der Jugendlichen eintritt, welche mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben und wie sie es schafft, mit ihnen allen zu agieren, auf jeden einzugehen und für jeden, der ihre Hilfe möchte, da zu sein, ohne sich dabei auch nur im geringsten zu verstellen. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. Besonders Franzi mit ihrer ausgesprochen positiven Art sticht sehr hervor, denn ehrlich, ein solches Mädchen habe ich im realen Leben noch nicht kennen gelernt. Auch die Figur des Tucker wurde sehr realistisch arbeitet, wobei diese Figur (auf Grund des Krankheitsbildes) nicht durch Worte überzeugt, sondern durch sein Handeln und seine Interaktion, gerade mit Franzi. Ich muss sagen, beide geben ein durchaus ungewöhnliches, jedoch sehr interessantes Protagoisten-Paar ab. Als Nebenfigur hat mich vor allem Nellie beeindruckt, denn obwohl sie so aufgeklärt zu sein scheint oder es zumindest vorgibt zu sein, so ist doch in ihr, das merkt der Leser sehr schnell, ein kleines verlassenes Mädchen, das mit ihrer Lebenssituation teils sehr überfordert ist und das Wenige, was noch in ihrem Leben beständig ist (wie die Freundschaft mit Franzi) um jeden Preis festhalten will. Den Schreibstil kann ich nur als sehr einfühlsam und realistisch beschreiben, sodass ich förmlich in das Buch eingesogen wurde und alle Hürden versucht habe, mit Franzi, Tucker und den anderen zu nehmen.

Bewertung
Von Alexa Hennig von Lange bereits gelesen und rezensiert:



Die Autorin:
Alexa Hennig von Lange wurde 1973 geboren und begann bereits mit acht Jahren zu schreiben. 1997 erschien ihr Debütroman Relax, mit dem sie über Nacht zu einer der erfolgreichsten Autorinnen und zur Stimme ihrer Generation wurde. 2002 bekam sie den Deutschen Jugendliteraturpreis. Es folgten zahlreiche Romane für Erwachsene wie Jugendliche und Kinder, außerdem Erzählungen und Theaterstücke. Alexa Hennig von Lange lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Berlin. (übernommen von Randomhouse)


Zur Homepage der Autorin kommt ihr hier.


Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag

http://www.randomhouse.de/cbt/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Montag, 3. August 2015

[Rezension] Dorothea Böhme - Tragödienstadl (Band 3)



Vorab ein paar Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 2653 KB
Seitenzahl: 243 Seiten
Erscheingungstermin: 1. Juli 2015
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B00XPFV3QM
ISBN-Nr.: 978-3-8392-1747-4
Verlag: Gmeiner 



Klappentext gem. Gmeiner:
Im verschlafenen Lendnitz herrscht Aufregung pur: In zwei Wochen ist die Premiere des Stücks »Romeo und Julia im Jauntal«, ein Bauernschwank um Liebe, Verwechslung und Dorfpolitik. Doch noch dramatischer wird es, als manche Laiendarsteller mit ihrer zugedachten Rolle nicht zufrieden sind. Und was ist schon ein Mord, wenn man dafür die Dorfschönheit auf der Bühne küssen darf? Dem pensionierten Chefinspektor Fritz Reichel steht eine Menge Theater bevor.


Rezension:
August 2015: Lendnitz, die verschlafene Kleinstadt in Österreich hat auf Initiative von Bürgermeisterin Beate Brandtner ein eigenes Theater bekommen. Die "Landnitzer Bauernburschen" werden in wenigen Wochen mit ihrem ersten Stück "Romeo und Julia im Jauntal" Premiere feiern. Es wurde extra dafür Regisseur Gerhard Seiler aus Wien eingekauft, der auch das Stück geschrieben hat. Als Schauspieler agieren einige Bewohner der Kleinstadt, u. a. sogar der Ehemann der Bürgermeisterin. Da auch die Kleinstadtschönheit Valeria Hausbichler mitspielt, sorgt natürlich für Aufsehen. Selbstverständlich spielt die 23-jährige die Rolle der Julia und Walter Kirschner hat das große Los gezogen: Er spielt den Romeo und darf seine Julia mitten auf der Bühne küssen. Für Postbote Walter geht damit ein Traum in Erfüllung, ist er doch schon seit Jahren in Valeria verliebt, wie übrigens ein Großteil der männlichen Bevölkerung von Lendnitz.

Martin Riedl hatte weniger Glück. Beworben hatte er sich auf die Rolle des Romeo, denn auch er will Valeria küssen, doch bekam er die Rolle von Publikumliebling Mercutio, womit er so gar nicht einverstanden ist. Doch Martin beschließt, seinem Glück etwas auf die Sprünge zu helfen und seinen Konkurrenten Walter mit einem vergifteten Whiskey aus dem Weg zu räumen. Ob der Giftcocktail tödlich ist oder nicht, ist für Martin nicht von Belang, Hauptsache, er bekommt die Rolle des Romeo. Dann jedoch stürzt Martin, noch bevor er den Whiskey übergeben kann, die Treppen des Theaters herunter und stirbt. Katharina Wischniewski, die Putzfrau des Theaters, entdeckt die Leiche und gönnt sich auf den Schreck erst einmal einen großen Schluck Whiskey (es war ja ein großer Schreck), allerdings ausgerechnet aus der sabotierten Flasche.

Natürlich bleibt der Tod Martins nicht ohne Folgen für die Theatergruppe, doch anstelle einen adäquaten Ersatz für Mercutio zu suchen, bekommt der bisherige Romeo Walter die Rolle übergeholfen und Regisseur Gerhard übernimmt die Rolle des Romeo. Bis auf Gerhard ist davon keiner wo wirklich angetan, aber immerhin ist er der Regisseur, von daher ist sein Wort Gesetz. Kurz darauf wird allerdings auch besagter Gerhard tot aufgefunden - ermordet. Dies ruft Chefinspektor Wilkinson, den Nachfolger von Fritz Reichel, und dessen Assistenten Huber auf den Plan. Eigentlich hat Wilkinson so gar keine Zeit, sich mit verstorbenen Mitgliedern dieser merkwürdigen Theatergruppe zu befassen, ist er doch voll mit dem Umbau des Polizeireviers beschäftigt, aber Huber ist wie immer voll bei der Sache. Überall wittert er einen Mord, auch wenn Wilkinson davon so gar nichts hören will. Doch Huber weiß sich zu helfen - er wendet sich an einen ehemaligen Chef, Chefinspektor a. D. Fritz Reichel. Dieser jedoch ist wenig angetan, den inthusiastischen Assistenten schon wieder am Hals zu haben, hat er doch damit gerechnet, seine Pensionierung in Ruhe und Frieden verbringen zu können und sich endlich dem heimischen Garten zu widmen. Als Reichel jedoch mit Wilkinson aneinander gerät ist es eine Sache der Ehre, dass Reichel den Fall löst - übrigens ganz passend, denn es taucht eine weitere Leiche auf ...


3. Band der Fritz-Reichel-Reihe! Der Plot wurde skurril und abwechslungsreich erarbeitet, wobei es mir ehrlich gesagt nicht immer ganz leicht fiel zu glauben, dass dies alles nur geschehen ist, weil es Menschen gibt, die für einen Kuss von einer Kleinstadtschönheit alles tun würden. Allerdings fehlte mir in diesem Band etwas die Präsenz von Fritz Reichel, der zwar mittlerweile in Pension ist, aber immer durch seine doch recht eigene Art Verzücken bei mir hervorrief. Ich hoffe sehr, dass er in weiteren Bänden wieder aktiver mit von der Partie ist. Die Figuren wurden realistisch und individuell erarbeitet, wobei ich hier sehr große Sympathien für die Figur der Valeria empfand, die einfach nur beweisen will, dass in ihr mehr steckt, als nur ihre äußere Schönheit. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm zu lesen, sodass ich das Buch in einem Rutsch gelesen habe. Nunmehr hoffe ich natürlich auf weitere Bücher rund um Fritz Reichel - wer weiß, vielleicht ...


Bewertung


Von Dorothea Böhme gelesen und rezensiert:

 

Die Autorin:
Dorothea Böhme, geboren 1980 in Hamm, zog es für ihr Studium weit in die Welt hinaus. Nach Aufenthalten in Tübingen, Quito, Triest kam sie schließlich nach Klagenfurt. Sie schloss Kärnten schnell in ihr Herz, weshalb sie das Bundesland zum Schauplatz ihrer Kriminalromane machte. Zuletzt unterrichtete sie Deutsch an der Universität Szeged im Süden Ungarns.  (übernommen von Gmeiner)

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag



http://www.gmeiner-verlag.de/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

[Rezension] Dorothea Böhme - Sauhaxn (Band 1)



Vorab ein paar Eckdaten:
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 421 KB
Seitenzahl: 246 Seiten
Erscheingungstermin: Juli 2012
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
Sprache: Deutsch
ASIN:
B008CNX5O0
ISBN-Nr.: 978-3-8392-1328-5
Verlag: Gmeiner 



Klappentext gem. Gmeiner:
Johann Mühlbauer ist Kochlehrling in Lendnitz, einem idyllischen Dorf in Kärnten. Sein Leben könnte viel einfacher sein, wenn er nur ein bisschen so wäre wie sein großes Vorbild Bruce Willis. Doch leider meint es das Schicksal nicht gut mit ihm. Johann stolpert über Leichen wie andere über Steine. Erst findet er seinen enthaupteten Chef, dann folgt eine Leiche auf die andere. Eigentlich kann ihm jetzt nur noch Bruce Willis helfen.


Rezension:
Lendnitz, eine Kleinstadt in Österreich. Dort ist nicht wirklich was los, der Altersdurchschnitt beträgt 53,3 Jahre, von daher kann man sich vorstellen, dass die Jugendlichen nur eines wollen - weg. Eine der Attraktionen des Dorfes ist das Schlosshotel Lendnitz, liebevoll "Schmuckkästchen" von der Bevölkerung genannt. Der 19-jährige Johann Mühlbauer macht in eben jenem Schmuckkästchen seine Ausbildung zum Koch. Wirklich glücklich ist er mit dieser Ausbildung nicht, ist doch sein Ausbilder, Chefkoch Karl Bachmaier, ein ausgesprochener Unmensch, der, wie später herauskommt, mit Drogen dealt und auch noch Gammelfleisch verwendet. Auch Souschef Harald Moschik macht dem Jungen das Leben unnötig schwer, hat er es doch regelrecht auf den armen Johann abgesehen. Wäre Johann doch nur ein bisschen mehr wie Bruce Willis, dann wäre es so viel einfacher, sich zu behaupten.

Mit der Ruhe im Schmuckkästchen ist es allerdings vorbei, als Wilfried Seligmann in die Küche stürmt und mit einer Waffe Chefkoch Bachmaier bedroht. Durch einen unglücklichen Zufall kommt Seligmann durch seine eigene Waffe zu Tode. Natürlich ruft dieser tragische Unfall die Polizei in Form von Hauptkommissar Fritz Reichel und seinem Assistenten Huber auf den Plan. Reichel ist so gar nicht begeistert von dem tödlichen Unfall, hat er doch nur noch 138 Tage bis zur Pensionierung und die wollte er in Ruhe absitzen. Nicht zu vergessen sein Assistent Huber, der sich voller Elan in die Ermittlungen stürzt und damit Reichel fast in den Wahnsinn treibt.

An sich sind die Ermittlungen recht schnell abgeschlossen, es war ja ein Unfall, wenn nicht ausgerechnet Harald Moschik einen weiteren Mord melden würde. Er ist im Tiefkühlraum auf Johann und die zerteilte Leiche von Chefkoch Bachmaier gestoßen. Durch widrige Umstände stößt er sich unmittelbar nach dem Leichenfund an der Tür zum Kühlraum den Kopf an und verliert das Bewusstsein, doch gleich nach seinem Erwachen informiert wer die Polizei. Merkwürdigerweise ist von einer Leiche oder gar Spuren einer Leiche  nichts mehr zu finden, als die Polizei vor Ort ist. Hat sich Moschik das alles nur auf Grund seiner Kopfverletzung eingebildet? Tatsächlich ist es so, dass Johann, der sich selbst zum Teil eine Mitschuld am Unfalltod von Seligmann gibt, die Leiche hat verschwinden lassen, will er doch nicht weiter unter Verdacht geraten. Doch damit nicht genug - innerhalb kürzester Zeit stolpert Johann über immer mehr Leichen, die er schon fast routiniert entsorgt - in der Hoffnung, dass ihm niemand auf die Schliche kommt. Reichel hingegen ist sich nicht sicher, was er glauben soll. Sicherlich scheint Chefkoch Bachmaier wie vom Erdboden verschluckt, aber nachdem Reichel und Huber dessen Angetraute kennengelernt haben, können sie durchaus verstehen warum. Hat er sich vielleicht nur abgesetzt und warum zum Himmeldonnergeier meldet Souschef Moschik einen Leichenfund nach dem anderen, wenn doch nie eine Leiche auffindbar ist?


1. Band der Fritz-Reichel-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Ich muss gestehen, es erschien mir durchaus plausibel, dass der arme Johann eine Leiche nach der anderen verschwinden lassen musste und ganz ehrlich, zugetraut hätte ich es ihm nicht, aber er hat das fast problemlos hinbekommen. In diesem Fall kann man wohl eindeutig sagen: Stille Wasser sind tief. Die Figuren wurden authentisch und facettenreich erarbeitet, wobei hier mein Herz eindeutig für Protagonist Johann schlug, denn eigentlich, eigentlich will der unscheinbare junge Mann nur eines: wie Bruce Willis sein, aber beweisen tut er sich auf ganz eigene Art und Weise und ehrlich, wenn ihr mal eine Leiche beseitigt haben wollt, wendet euch vertrauensvoll an ihn. Den Schreibstil empfand ich als sehr angenehm und kurzweilig zu lesen, sodass ich meinen Reader gar nicht mehr aus der Hand legen konnte und das Buch in einem Rutsch lesen musste, weil ich unbedingt wissen wollte, wie sich alles auflöst.


Bewertung

Von Dorothea Böhme gelesen und rezensiert:

 

Die Autorin:
Dorothea Böhme, geboren 1980 in Hamm, zog es für ihr Studium weit in die Welt hinaus. Nach Aufenthalten in Tübingen, Quito, Triest kam sie schließlich nach Klagenfurt. Sie schloss Kärnten schnell in ihr Herz, weshalb sie das Bundesland zum Schauplatz ihrer Kriminalromane machte. Zuletzt unterrichtete sie Deutsch an der Universität Szeged im Süden Ungarns.  (übernommen von Gmeiner)

Wie ich zu dem Buch kam:
An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Verlag



http://www.gmeiner-verlag.de/


bedanken, der mir dieses Buch zu Rezensionszwecken zur Verfügung gestellt hat.

Sonntag, 2. August 2015

[Neuzugänge] der 31. KW 2015

Sonntag morgen. Zeit für Schreckensmeldungen bzw. Verkündung unserer Neuzugänge. Wir können einfach nicht ohne. Also auch diese Woche wieder wie gehabt ... Bücher fanden bei uns ein neues Zuhause.
Welche es diese Woche sind, seht selbst:

Hier nun unsere Neuzugänge der letzten Woche.

Kerrys Neuzugänge:



Kleeblatts Neuzugänge:
- Kowalsky, Jan - Als Schisser um die Welt 
- Miller, Jax - Freedom's Child 
- Jáurui, Eduardo - Gespräche mit meiner Katze 
- Wilken, Constanze - Ein Sommer in Wales 
- Keyes, Marian - Mittelgroßes Glück 
- Castillo, Linda - Mörderische Angst 



Kennt ihr bereits eines unser neuen Bücher bzw. habt ihr sogar schon eines von ihnen gelesen?
Wir wünschen euch eine schöne Woche.

Kerry und Kleeblatt